Frequency + Impact = FRIM

Bei der Suche nach neuen Methoden um den Gather Data-Teil meiner nächsten Retrospektive zu bestücken über die FRIM-Methode von Diana Larsen gestolpert.

Ich wollte eine Möglichkeit um über einen längeren Zeitraum zurückzublicken und insbesondere über unseren doch sehr angepassten Prozess nachzudenken (und mit angepasst meine ich eigentlich, dass wir alles sehr schleifen lassen haben).

Der Klassiker für so einen Fall ist natürlich die Timeline, die mich aber bisher nicht überzeugen konnte, da sich dabei alle Teilnehmer, fast ausschließlich Entwickler,  sehr damit aufhielten die Vorkommnisse im letzten Sprints genaustens in die zeitliche Abfolge zu bringen.

Ziel:
Bei der FRIM-Methode soll das Team auch über alles nachdenken was passiert ist, was sie positiv und negativ beeinflusst hat.

Wichtig ist hierbei die Auswirkung/Stärke (Impact) und die Häufigkeit (Frequency). So wird klar was wirklich dringend verändert werden muss.

Oft werden die Dinge die einen gerade einen Tag vor der Retrospektive passiert sind und noch unter den Fingernägeln brennen, aber selten auftreten, überbewertet.

Vorgehen:
An das Whiteboard wird ein 6×6 Raster gezeichnet.

Die x-Achse bildet die Häufigkeit ab:
0 = sehr selten
1 = maximal einmal pro Iteration
2 = 1-2 mal pro Iteration
3 = alle 2-3 Tage
4 = täglich
5 = mehrmals täglich

Die y-Achse bildet die Grad der Auswirkung ab mit den folgenden Einteilungen:
0 = keine Auswirkung
1 = Sehr kleine Auswirkung
2 = Geringe Auswirkung
3 = Moderate Auswirkung
4 = Signifikante Auswirkung
5 = Maximale, sehr starke Auswirkung

Nun dürfen die Teilnehmer auf farbigen Karten dokumentieren:

  • was sie erfreut hat, vorangebracht hat (grün)
  • was sie geärgert, aufgehalten, gestört hat (rot)
  • welche Ereignisse ihnen im Kopf hängen geblieben sind (gelb)

und frei im Raster aufhängen.

Die Karten werden mit der Unterstützung vom Moderator von rechts oben (5er Auswirkung – 5er Häufigkeit) nach links unten (0er Auswirkung – 0er Häufigkeit) durchgesprochen.

in der Praxis:
Die Team-Teilnehmer und ich kamen mit FRIM gut klar und erzielten schnell weiterverwertbare Ergebnisse.frim-board
Nur mir den “Ereigniskarten” hatten die meisten Schwierigkeiten, da die Ereignisse immer positiv oder negativ belegt waren. Zum Beispiel unsere neue Art die Stories beim Review in großer Runde abzunehmen wurde von allen Teilnehmern nicht als gelbe wertfreie Karte aufgehängt, sondern durchweg als grünes positives Feedback an die Wand gehängt.

Besonders erfreut hat mich, dass die rechte obere Ecke des Rasters (maximale Auswirkung und maximale Häufigkeit) sich mit jedem weiteren Teilnehmer wie eine schützende Hecke um die restlichen roten Karten legte.

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