Tut das Not, dass ihr hier so lange rumoxidiert?

oder anders gefragt: Kann man eine Retrospektive abkürzen? Denn alle 2-3 Wochen das komplette Team sich für eine Retrospektive zusammen setzen zu lassen kostet.

Wir können uns ja mal vorstellen was passiert wenn einer der Teile ausgelassen wird.

1. Set The Stage:

-> Jeder hat jeden Tag dringende Emails, Bugs, Feature Requests, Telefonate, etc und jeder benötigt Zeit um diese Gedanken beiseite zu schieben und sich auf das bevorstehende Meeting zu fokusieren. Ohne diese Einstimmung, würden die meisten Teilnehmer erst nach der Hälfte des nächsten Teils auf Drehzahl kommen.

-> Eine Erinnerung an die Meetingregeln ist die beste Prävention gegen Geklingeln und den darauf resultierenden Ärger der anderen Teilnehmer (z.B.: “Mach sofort das Händy aus, du fräche Schnoddä ! Das is verbotn !”)

-> Ohne den Review der letzten Iteration würden im Gather Data – Teil garantiert die ein oder andern Dinge vergessen werden (z.B. ob das Bug/Feature-Verhältnis im grünen Bereich ist, oder welche Konzeption besonders gut für die Entwicklung war)

-> Ohne die Verkündigung der Agenda und des Fokus der Retrospektive (z.B.: “Wie gut passt der Prozess zu uns?”, “”continuous improvement”, “Zusammenspiel Product Owner / Entwicklungsteam”), kommt es zu einem sehr großem Feld an gesammelten Daten. Diese ganzen Daten können nicht einer angemessenen Timebox analysiert werden. Zum einen versanden wichtige Punkte und es kann sich Frust bei den Teilnehmern aufbauen, deren Punkte in den folgenden Teilen der retrospektive besprochen und analysiert werden.

-> Der Icebreaker ist nicht nur für schüchterne Teilnehmer eine Hilfe um aktiv an der Retrospektiv teilzunehmen, sondern kann auch als Teambuilding  beitragen, wenn dadurch gemeinsame Hobbys, Konzertbesuche oder Lieblingsfilme erkannt werden.

2. Gather Data

-> Die Teilnehmer würden nicht die Sichtweisen und Probleme der Anderen erfahren. Die gesamte gemeinsame  Grundlage für alle weiteren Teile der Retrospektive würde fehlen.

3. Generate Insights

-> Es würde nur eine ganz gewöhnliche, meist oberflächliche Problemfindung sein. Die Aktivitäten dieses Teils der Retrospektive sorgen im Normalfall für einen tiefes Verständnis und Ursachenforschung der Probleme. Den meist liegen die Probleme tiefer als sie scheinen.

4. Decide what to do

Ok, hier fällt mir wirklich nichts ein. Wer würde ernsthaft eine Retrospektive abhalten ohne daraus Aktivitäten abzuleiten. Selbst früher als wir noch keine Retrospektiven,  sondern nur wenn ein Projekt besonders schlecht lief im nachhinein eine Manöverkritik abhielten, haben wir uns Aktivitäten überlegt.

5. Close

-> Die Retrospektive an sich würde sich nicht verbessern, da das Closing nicht nur die Verabschiedung und das Herrichten des Raumes beinhaltet, sondern die Retrospektive der Retrospektive.shortcut

Ich bin selbst überrascht wie wichtig die Randphasen einer Retrospektive sind, gerade wie viele Gegenargumente ich für das Auslasen des Meetingbeginn ich gefunden habe. Also nehmt euch Zeit dafür und kürzt es nicht ab. Jeder Teil ist absolut sinnvoll oder in Meister Röhrichs Worten: „Ihr bleibt heute solange, bis das fertich is!”

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